Brot backen auf dem Lagerfeuer

Sommerzeit ist Lagerfeuerzeit! Zu einem BBQ mit Freunden darf neben Fleisch oder Gemüse natürlich auch eine Beilage nicht fehlen. Warum also nicht mal selber Brot auf dem Lagerfeuer backen?

Brotbacken ist quasi die Königsdisziplin der Lagerküche, weil es meist spezielles Zubehör und/oder unendliche Geduld und Übung benötigt… Glücklicherweise gibt es aber auch ein paar Methoden, mit denen es weit einfacher geht an frisches Brot zu kommen! Ich habe euch hier drei der gängigsten Varianten zusammengestellt.

SCHLANGENBROT

Das Schlangenbrot ist wohl die klassischste unter den vorgestellten Zubereitungsarten und dürfte bei so manchem wehmütige Erinnerungen aus Kindertagen wecken. Der Vorteil dieser Variante ist, dass man weder Grillrost noch Kochgeschirr braucht, sondern nur einen vielversprechend aussehenden Ast und vielleicht noch ein Schweizer Sackmesser.
Nichts ist so gemütlich und gleichzeitig unterhaltend wie gemeinsam um ein prasselndes Lagerfeuer zu sitzen und dabei leckere Würste und/oder Schlangenbrot zu braten, während man sich um die besten Glutstellen bekriegt und das Gegenüber schadenfreudig auslacht, wenn die kulinarische Last  in der Asche gelandet ist…
Der Nachteil dieser Variante ist, dass jeder selbst für sein Brot sorgen muss und dass es an der Feuerstelle nur für begrenzt viele Leute Platz hat. Das Schlangenbrot eignet sich als nur bedingt für grosse Gruppen.

REZEPT FÜR 4 PORTIONEN

  • 500g Halbweissmehl
  • 1 Packung Trockenhefe
  • 1 TL Salz
  • 3dl lauwarmes Wasser
  • 4 EL Olivenöl

Mehl, Salz und Hefe in einer Schüssel miteinander vermischen. Dann das Wasser hinzufügen und alles vermengen. Zuletzt das Olivenöl einarbeiten und die Masse zu einem geschmeidigen Teig kneten. Zugedeckt in einer Schüssel bei Zimmertemperatur für etwa 30 Minuten gehen lassen.

Nun den Teig in vier gleichmässige Teile schneiden und nochmals vorsichtig kneten. Dann eine Rolle draus formen und wie eine Schlange um einen geeigneten Stock wickeln. Nun das Brot am Stecken über der Glut (kein direktes Feuer!) während rund 10 Minuten unter regelmässigem Drehen backen. Das Steckenbrot ist fertig, wenn es sich leicht vom Holz lösen lässt und auf allen Seiten ein schön knuspriges Braun angenommen hat.

FLADENBROT ODER BANNOCK

Das Fladenbrot ist die einfachste und schnellste Variante Brot auf dem offenen Feuer zu backen. Das Wort Bannock stammt aus den Schottischen Highlands und leitet sich vom gälischen Wort bannach (=Brot) ab. Es bezeichnet im Original einen flachen Kuchen aus Hafer- oder Gerstenmehl, der auf einem heissen Stein gebacken wurde. Erst in moderner Zeit wurde dann Backpulver hinzugefügt, um das Brot luftiger zu machen, ausserdem verwendet man heute meist Weissmehl dafür.
Im Gegensatz zu den anderen vorgestellten Varianten braucht der Teig für das Fladenbrot keine Zeit zum Aufgehen. Allerdings brauchen die flachen Brote viel Platz beim Backen und so lassen sich jeweils nur ein bis zwei Portionen zugleich zubereiten. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Fladenbrote sehr schnell trocken werden.

REZEPT FÜR 1 PERSON

  • 2 Tassen Weissmehl
  • 2 TL Backpulver
  • ½ TL Salz
  • Etwas Zucker, Pfeffer und Muskatnuss
  • 1 Tasse Wasser
  • 1 EL Olivenöl

Mehl, Backpulver und Gewürze vermischen und dann mit dem Wasser und dem Olivenöl zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Nun aus dem Teig einen möglichst dünnen Fladen formen.

Tipp: Zum Verfeinern kann man auch andere Gewürze oder Kräuter in den Teig mischen, wie Knoblauch, Rosmarin oder Thymian.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Fladenbrot zu backen. Für die klassische Outdoor Variante benötigt ihr einen flachen Stein, der einige Zeit von beiden Seiten im Feuer aufgeheizt wurde (Vorsicht, der Stein kann zerbersten!). Wer Campinggeschirr dabei hat, kann es in der Pfanne mit ein wenig Olivenöl anbraten, bis es von beiden Seiten goldbraun ist. Man kann es aber auch direkt auf den Rost legen oder auf eine Alufolie zur Glut legen. Die Backzeit beträgt nur etwa 2-5 Minuten pro Seite, je nach Hitze der Glut, bzw. der Dicke des Fladens.

BROT AUS DER DOSE

Klingt übel, ist aber eigentlich eine genial einfache Methode um frisches Brot zu backen! Man benötigt nur zwei unterschiedlich grosse Dosen sowie ein paar Kieselsteine und fertig ist der Mini-Backofen Marke Eigenbau. Natürlich funktioniert das Konzept auch eine Nummer Grösser mit dem allseits beliebten und weit verbreiteten Pfaditopf als Backofen.
Der Vorteil: Mit diesem improvisierten Backofen kann man wunderbar einen ganzen Laib frischen Brotes zaubern, der dem aus der heimischen Küche oder vom Bäcker in nichts nachsteht – es sieht toll aus und funktioniert eigentlich mit jedem Brotteig.
Der Nachteil: Es dauert deutlich länger als die anderen Varianten und es besteht die Gefahr, dass das Brot unten anbrennt oder sich nicht richtig aus der Dose, bzw. dem Topf herausschälen lässt. Es ist etwas Übungssache, doch selbst wenn etwas anbrennen sollte kann man den oberen Teil noch gut geniessen!

REZEPT FÜR 4 DOSEN

  • 500g Zopfmehl
  • 1 TL Salz
  • 1/2 Würfel frische Hefe
  • 1 TL Zucker
  • 60g weiche Butter
  • 3dl Milch
  • 60g Rosinen

Mehl, Salz, Zucker und Hefe miteinander vermischen und dann die Butter und die Milch zugeben. Die Mischung mit der Kelle gut verrühren und anschliessend zu einem geschmeidigen Teig kneten. Nun noch die Rosinen einkneten. Dann zugedeckt in einer Schüssel bei Zimmertemperatur etwa 30 Minuten aufgehen lassen.

Tipp: Wer unterwegs ist und keine Frischprodukte zur Hand hat, kann für diese Variante auch auf fertige Brotbackmischungen zurückgreifen. Bei denen sind Hefe, eingesottene Butter sowie Milchpulver bereits beigemischt und es muss nur noch Wasser hinzugefügt werden.

In der Zwischenzeit Kieselsteine in die grosse Dose legen und etwa 2cm Wasser einfüllen. Den Deckel der grossen Dose unbedingt aufbewahren!
Dann etwa ¼ des Teigs in eine gut eingefettete und bemehlte, möglichst nicht beschichtete kleine Dose geben. Der Teig wird stark aufgehen, die Dose also maximal zu 2/3 füllen. Die kleine Dose nun in die grosse Dose stellen und den Deckel oben drauf setzen. Dieses Konstrukt dann auf die Glut stellen und dabei ein paar Kohlestücke auch auf den Deckel legen, damit der Teig sowohl oben als auch unten Hitze abbekommt. Die Dose nun für etwa 35 Minuten vor sich hin backen lassen. Zwischendurch die oberen Kohlestücke auswechseln und je nach dem vorsichtig etwas Wasser in die äussere Dose nachschütten. Das Brot ist fertig, wenn es anfängt zu duften und regelmässig Farbe angenommen hat.

FAZIT

Nachdem ich all diese Varianten ausprobiert habe, kann ich nur feststellen, dass jede ihre Vor- und Nachteile hat.
Das Schlangenbrot ist wohl die geselligste und einfachste Variante, weil da alle gemeinsam am Feuer sitzen und man lediglich einen Stecken braucht. Ausserdem hat sie den Vorteil, dass man auf dem Stock gleichzeitig auch noch eine Wurst braten kann.
Das Fladenbrot ist die schnellste und meiner Meinung nach auch die vielseitigste und damit leckerste Variante. Mit frischen Kräutern und Gewürzen oder einem speziellen Dip dazu ist das Fladenbrot ein echtes Highlight! Man kann es als Taschenbrot verwenden und mit Fleisch und/oder Gemüse füllen oder zum auftunken von Suppen oder Eintöpfen verwenden.
Das Dosenbrot macht einfach Spass und ist das Experiment alle mal Wert: Es mag vielleicht die schwierigste und komplizierteste Methode sein, doch wenn es gelingt ist es wirklich ein ganz besonderer Leckerbissen! Es muss nicht unbedingt süss sein, wobei ein frischer, noch warmer Zopf etwas wunderbar Dekadentes an sich hat – speziell an einem kalten Sonntagmorgen, wenn man grade aus dem Zelt gekrochen ist… Wer zwei Pfaditöpfe hat (oder noch besser einen Dutchoven), kann sich auch an grössere Brote wagen.

Natürlich gibt es noch viele weitere Methoden zum Backen über dem offenen Feuer: Brot in der Frucht- oder Gemüseschale, Folien-Brot aus der Glut, Brot im Blumentopf, u.v.m…. Brot backen auf dem Lagerfeuer muss also nicht unbedingt schwierig sein – es geht auch ganz einfach und schnell!

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